Freiheit

Durch den Austausch gestern mit Dornenlicht (Danke dafür),habe ich mir Gedanken zum Thema „Freiheit“ gemacht. Was mir dabei auffällt: was sie mir selbst bedeutet, kann ich gar nicht sagen. Wenn überhaupt, sind es kleine Freiheiten von negativen, belastenden Begrenzungen. Es sind Momente, in denen ich mich leicht und unbeschwert fühle. Das ist wahrscheinlich der Knackpunkt (für mich), es gibt nur Momente, keine Konstanz, keinen endgültigen Zustand der absoluten Freiheit. Alles Sein ist immer im Fluß, ist stete Veränderung. Dem sind auch Ideen, wie die der Freiheit, unterworfen. Wie das Leben, passt sie sich an, passt der Mensch sie sich an (passe ich sie mir an). Freiheit kann ich nur konkret im Einzelfall bestimmen, sie braucht ein Gegenstück, eine Begrenzung oder Zwang, von dem sie sich unterscheiden kann. Auch ein Einsiedler in den Bergen ist nicht vollkommen frei. Und sei es nur, dass er dem Wetter unterworfen ist. Aber das sind nicht mehr als meine eigenen Gedanken dazu.

Ich bin der Meinung, dass Freiheit (und wie sie definiert wird) immer individuell und sehr persönlich ist. Was liegt also näher, als die Individuen einfach zu fragen? Daher meine Fragen an euch alle (und jede(n) einzelne(n)) da draußen:

Was bedeutet Dir persönlich Freiheit? Bedeutet sie Dir überhaupt etwas? Wie definierst Du diese?

(Der Fokus liegt auf >>persönlich<<, also bitte keine Versuche, allgemeingültige Definitionen zu formulieren, die andere Menschen mit einschließt. Ich denke, dass die Beantwortung dieser Frage dadurch schwerer fällt, da man unvermeidlich auch ein Stück seines Innersten preis gibt. Deswegen finde ich jede ehrliche Antwort umso anerkennenswerter (und erwarte respektvollen und wertschätzenden Umgang mit diesen.) Ich selbst möchte mich deswegen auch mit dem kommentieren sehr zurückhalten. Ich finde, jede Meinung dazu, jede persönliche Erfahrung, verdient es für sich zu stehen. Wer dies in den Kommentaren nicht gerne machen möchte, mag ja vielleicht Gedanken (oder andere Beitragsformen) dazu in seinem Blog schreiben. Hier einen Hinweis darauf zu geben, wäre schön, ich würde  es gerne lesen.

Ich freue mich sehr über Antworten, da ich glaube, dass so eine wertvolle Sammlung (und Kommunikation) zu einem (vielleicht) wichtigen Thema entsteht. Ich selbst erhoffe mir ein besseres Verständnis dafür, wovon Menschen überhaupt reden, wenn sie dieses Wort benutzen.

Liebe Grüße und schon jetzt meinen Dank:

Jo

 

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4 Kommentare zu „Freiheit

Gib deinen ab

  1. Das Wesentliche habe ich ja was meinen Senf angeht bereits gesagt
    und ich denke das kann man auch so stehen lassen.
    Was ich jedoch noch sinnvoll anmerken kann,
    ist dass ich glaube dass man Freiheit gewähren muss um sie zu gewinnen.
    Gebe Anderen was du dir selbst erhoffst.
    Das meine ich gar nicht so scheinheilig wie es klingt.
    Mich kotzt dieses „lass uns lieb und nett sein“ eigentlich ein bisschen an.
    Aber ich glaube das stimmt tatsächlich und ich meine es durchwegs nüchtern.
    Solange ich Freiheit nicht als etwas persönliches begreife,
    das man prinzipiell allen Menschen zusprechen sollte,
    werde ich immer nur ein verkappter Kreuzritter sein,
    dem es nicht um die Freiheit geht sondern die Durchsetzung eines Rechts.
    Kümmere dich um den eigenen Scheiß wenn du frei sein möchtest.
    Und damit meine ich nicht „nichts böses sehen-sagen-hören“,
    sondern sei aufrichtig was du wirklich bist,
    entdecke woraus du gemacht bist und halt dich aus Dingen heraus,
    die dich nichts angehen.
    Freiheit muss immer eine persönliche Wertvorstellung bleiben
    und beginnt im eigenen Denken.
    Wer in seinem Kopf nicht frei ist und Anderen mit Selbstverständlichkeit erlaubt, sich selbst zu leben, der wird niemals wirklich frei werden.
    Vielleicht intellektualisiere ich das zu sehr,
    aber ich glaube es ist wirklich erstmal eine Kopfsache
    und dann ein Gefühl und eine Lebenseinstellung.

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  2. Einen Kommentar möchte ich dennoch selber schreiben, gefüllt mit dem, was ich über mein persönliches Verständnis zu meiner eigenen Freiheit sagen kann:
    Für mich bedeutet Freiheit das frei sein von Ängsten und Zwängen, die in meinem Fall sehr konkret und in therapeutischer Behandlung sind.
    Sie bedeutet mir, meine Meinung sagen zu können, ohne ein Verbot, systematische Verfolgung oder ähnliche Konsequenzen.
    Eine wichtige Freiheit ist für mich, weitestgehend meine eigenen Entscheidungen treffen zu können, die mein Leben betreffen. Einschließlich der Entscheidung, den freien Willen abzugeben (ihn aber auch zurückfordern zu können).

    Gefällt 2 Personen

  3. Freiheit bedeutet für mich einiges von Außen. Freiheit sind Möglichkeiten. In einer Gesellschaft wie hier, ist mir einiges gestattet.
    Aber da gibt es auch noch eine innere Komponente – die äußere Freiheit nützt mir nämlich manchmal gar nichts, wenn ich mich auf Grund meiner Depression oder der Ängste in mir gefangen fühle.
    Freiheit ist für mich, wenn ich mich ganz bewusst einen Tag lang in meinem Zimmer vergrabe, weil ich das so will – und nicht, weil sich mein Körper gelähmt und mit Depressionen überschwemmt anfühlt…

    Gefällt 3 Personen

  4. Hm, das ist eine sehr gute Frage und ich scheue mich davor, sie zu beantworten. Und egal, was ich hier schreibe, es wird auch für mir individuell keine umfassende Antwort sein. Aber heute habe ich, glaube ich, so etwas wie Freiheit verspürt. Warum ist das so? Vielleicht tatsächlich ein wenig im Vergleich zu den Zuständen, die ich in den letzten Monaten durchlebt habe und in denen ich mich wie gefangen fühlte. Am heutigen Tag fühlt sich das anders an. Ein bisschen mehr frei … von Angst, von Sorgen, von Erwartungen, die ich sonst zu nah an mich hab herankommen lassen. Ich fühle mich freiER, weil ich Entscheidungen habe treffen können, die ich gut für mich finde. FreiER, weil ich ein bisschen mehr das Tor zu meinen eigenen Bedürfnissen habe öffnen können, wohlwissend, dass ich mich immer noch in einem Netz von Bedingungen, Zwängen und Erwartungen befinde. Doch ich bewege mich – zumindest jetzt – darin selbstbestimmer.

    Gefällt 1 Person

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