Verträumte Almhüttenidylle

So hab ich es gern. Zunächst wollte ich von „melancholischer Idylle“ schreiben, das wäre aber nicht ganz die Wahrheit. Hier finde ich eben nicht nur Melancholie, sondern auch Ruhe, Entspannung und Verträumtheit. Die Höhe der Berge bietet mir zugleich befreiten Weitblick wie auch beengte Sicherheit durch die umliegenden Berggipfel. Holz selber schlagen, um die Hütte zu erwärmen, den Herd zum Kochen anzuheizen und das Duschwasser auf temperatur zu bringen. Das schafft Aktivität, nostalgische Idylle, Naturverbundenheit und archaische Freuden mit der blanken Axt in der Hand. 🙂

Es ist eine Wohltat an freiem Auslauf für die Hunde und ebenso Erlebniswelt inmitten der ebenso (nahezu) frei laufenden Rinder. Die nahegelegenen Berggipfel zu erklimmen und unter den Gipfelkreuzen und den nahen Wolken Vesper zu halten verschafft mir ungemeine Befriedigung und Ausgeglichenheit. Nach erfolgreich ohne Verletzungen bewältigtem Abstieg ausgepowert in der gemütlichen Hütte nieder zu sinken bannt im folgenden Schlummer die Alpträume.

Eine Gruselgeschichte gibt es auch inklusive. Zwei Jahre zuvor war ein verliebtes junges Paar aus Dresden für ein romantisches Wochenende im Winter in der Hütte zu Gast. Deren Rottweiler schlug von der ersten Minute an Alarm und weigerte sich, die eingeschneite Hütte zu betreten. Es gelang nur mühevoll, ihn dazu zu bewegen. In der ersten Nacht weckte er das Paar mit seinem alamierenden Bellen und sie bemerkten, wie sich der Raum mit Qualm füllte. Die Hütte brannte! Panisch hasteten sie ins Freie und während der junge Mann versuchte, die noch nicht ganz hochschlagenden Flammen an der Außenwand der Hütte mit schnee zu löschen, rannte seine Freundin in Panik und immer noch im Schlafanzug den Bergpfad herab, um Hilfe zu holen. Ihre Mobiltelefone hatte keinen Saft mehr. Glücklicherweise hatte der nächste Nachbar einige Hundert Meter weiter den Berg abwärts, Rauch aufsteigen sehen und die Feuerwehr gerufen, die das unter Schock am Wegrand kauernde Mädchen aufsammelten und sich den Weg durch Eis und Schnee bis zur Hütte bahnten, um den Brand zu löschen.

Es stellte sich später raus, dass eine Firma beim Einbau der Küche geschlampt hatte und durch den entstandenen Fehler seit Jahren beim Kochen Flammen durch ein Rohr gegen die Holzwand züngelten. An jenem Wochenende war es soweit gewesen, dass aus dem Züngeln an der Hüttenwand weitere Flammen entstanden. Doch zum Glück und dank dem Instinkt des Rottweilers, ist niemand zu Schaden gekommen.

Gut, das wir auch Hunde dabei hatten. Ich hatte allerdings auch Vertrauen in den Besitzer, der uns versicherte, das alle sneu gemacht und doppelt und dreifach auf Sicherheit überprüft worden war.

Ich freue mich auf die Rückkehr in den idyllischen, entlegenden Hort der Abgeschiedenheit und Ruhe. 🙂

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3 Kommentare zu „Verträumte Almhüttenidylle

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  1. Die Hütte ist ein Traum, so etwas liebe ich auch, zum Ursprung zurück. Das mit dem Hund ist wie ein Wunder, schön dass die Beziehung zwischen Hund und Besitzer so intensiv ist, dass er gewillt war, seinem Herrchen bzw. Frauchen das Leben zu retten!

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    1. Ja, die Hunde haben da noch mehr Instinkt als wir, schärfere Sinne, was auch immer. Die Hütte ist wirklich ein Traum, leider immer sehr lange im Vorfeld ausgebucht und eigentlich für mehr Personen gedacht, man kann da auch mit 8 Personen locker unterkommen, oder sogar 10? Bin mir nicht mehr sicher.

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