Mein Hungerloch

In der Vorratskammer ist es steril. Verschlossen. Trotzdem ekelerregend. Unessbar. Zum Kühlschrank zurück. Aufmachen zumachen, Drehschwindel. Und ein Loch im Magen. Die Vorstellung etwas durch die Kehle zu drücken unerträglich. Ich habe zu lange gewartet. Dieser widerliche Gestank von Essen. Gaumen kitzelnd, nein tiefer in der Kehle reizend, Brechreiz auslösend. Den Kopf zur Seite drehen, die Hand von der Wurst zum Käse. Nase rümpfen. Hunger. Und Übelkeit. Schwindel, Kopfschmerz und Kreislauf am Boden. Schokocreme? Nein, selbst das Brot stinkt. Gedanken an schlucken verschlimmern alles. Ein Apfel. Widerlich. Zum kotzen. Knäckebrot? Unschluckbar. Festhalten, nicht umkippen. Irgendwas greifen und noch was. Runterwürgen.

© Jo Wolf

Advertisements

32 Kommentare zu „Mein Hungerloch

Gib deinen ab

      1. Ja schon, aber wurst und käse, die ekeln mich im Laden schon an, so wie alles andere auch. Aber irgendwas „erlaubtes“ muss man ja gelegentlich ins „Hungerloch“ werfen, gell?!

        Also in meinem Kühlschrank schlafen noch Ananas, Möhren, Magerquark, und Ähm, das war’s. Oh ne, Mandarinen sind auch noch da. Und Haferflocken. Aber die sind nicht im Kühlschrank. Und die kalorienarme Babynahrung auch nicht. Das muss aber reichen! (Und der Kopf denkt – zu viel, ekelig, schlecht) 😉

        Gefällt 1 Person

      2. Hm, okay… ist das bei Dir eher permanent vorhanden? Ich solche Anfälle nur punktuell. Manchmal Monate garnicht, in anderen Phasen mehrmals die Woche. Eigentlich esse ich gerne. Hm, na gut. Beim Frühstück sieht es bei mir schon häufiger so aus. XD

        Gefällt 1 Person

      3. Du meinst, ob ich schon lange gestört bin? 😀 Ja, aber ich bin „atypisch“. Abwechslungsreicherweise habe ich mal diese, mal jene Störung. Aber im Moment ist es mit Ana wieder sehr laut im Kopf. Das geht jetzt wieder ein paar Monate so. Oder mal schauen, ich bin doch motivierter als üblich.

        Ich esse eigentlich auch gern. Aber im Moment…nun ja.

        Gefällt 1 Person

      4. Auf die Gefahr hin, mich als unwissend bloß zu stellen: Was ist „Ana“? Bei mir ist das eher was körperliches, wenn ich den ganzen Tag nicht richtig gegessen habe. Dann geht nur noch zwingen, was reinzuwürgen, um nicht umzuklappen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ärzte haben auch keinen Aufschluß dazu geboten.

        Gefällt 1 Person

      5. Ach so, bei mir ist es was psychisches. Essstörung. Und Ana ist der Name von Anorexie. Aber Ana klingt viel schöner, wenn man die Krankheit glorifiziert.

        Der Schlaf hat wohl einigen Einfluss auf die Ernährung. Die Frage ist ja, was ist anders zu den Zeiten, in denen du normal essen kannst.

        Gefällt 1 Person

      6. Vor allem vergesse ich einfach zu essen, weil ich geistig nicht vor Ort bin. Das bin ich aber auch an anderen Tagen. An solchen mag ich auch nichts. Alles ist falsch. Und richtig, Schlafprobleme hab ich auch, die hab ich aber eigentlich immer.

        Okay, hab sowas vermutet. Ana klingt persönlicher, stimmt^^ Machts das besser? Oder bist Du zufrieden damit, da Du ja sagst, dass Du die Anorexie glorifizierst.

        Gefällt 1 Person

      7. Glorifizieren. Nun, eines meiner momentan klein gehaltenen Ich’s findet das überhaupt nicht gut. Aber das ist momentan eben klein. Man kann es nennen, wie man möchte. Besser ist es dadurch nicht. So blöde es klingt, ich brauche „Sie“ im Moment.

        Schlafprobleme habe ich auch. Nicht mal mein Schlafmittel kommt dagegen an. Aber was soll’s? Irgendwie geht’s weiter.

        Ist es bei dir das Essen, das falsch ist? In der Anorexie gibt es den Subtyp „Purging“. Das bedeutet im Grunde, dass alles als „Unrein“ oder „Schlecht“ für den Körper empfunden wird. Die Anorexie aber mal beiseite. Vielleicht hemmt das? Es geht nicht um Gewichtsverlust, sondern darum, dass das Essen nicht gut ist (oder eben so empfunden wird). Denn da ist ja auch der Ekel vor dem Essen?! Aber das wäre ja dann auch wieder psychisch. Aber ohne das Ziel (und den Willen) Gewicht zu verlieren, äußert sich das ja (auch) mit körperlichen Symptomen. Das wiederum kann alles phasenweise auftreten. Vielleicht nach besonders „ungesunden“ Monaten, oder eben, wo viel (normal) gegessen wurde. Hmm 🤔

        Gefällt 1 Person

      8. Du meinst, dass vielleicht auch unterbewusst ein Ekel/Ablehnung vor Essen produziert wird, wodurch auch immer? Ich nehme das bisher immer als rein körperlich war. Inwieweit die Psyche reinspielt… ich kann es nciht einschätzen. Ich sehe mich überhaupt nicht als jemanden mit Essstörung oder Abnehmwahn in irgendeiner Form. Aber was weiß cih schon, was diese Sache angeht, bin ich schlicht ratlos.
        Ich ekel mich eigentlich nie vor Essen, vom Frühstück mal abgesehen. Aber das shciebe ich immer auf meine Entscheidungslegasthenie, die durch morgendliches Verpenntsein noch ausgeprägter wird. Ich brauche oft bis zu 10 Minuten, um zu entscheiden, was ich auf der einen Scheibe Brot essen will, die ich runterkriege. und das entscheide ich dann auch garnciht wirklcih sondern mache einfach irgendwas, um die absurde Situation zu beenden.

        Gefällt 1 Person

      9. Nun ja, ich meinte das jetzt auch wirklich ohne den Wunsch Gewicht zu verlieren. Für dich ist das dann, falls das passiert, ein Symptom (und nichts erstrebenswertes wie für jene mit Anorexie oder Bulimie)

        Die Purging-Störung gehört zu den Essstörungen, die nicht genau klassifiziert sind. Und diese ist auch noch recht unbekannt, bzw. wird sie (noch?) nicht großartig beachtet. Vorstellbar ist auch, dass es mit den Schlafstörungen zusammenhängt.

        Das Frühstück entscheiden und noch gerädert sein. Nun, eigentlich ist nichts irgendwie gut (im Sinne von Ekel=ungesund/unsauber?) aber natürlich weißt du, denn du leidest ja nicht an Anorexie, dass du das Essen brauchst. (Obwohl die es eigentlich auch wissen. 😉) Normal halt.

        Doch psychisch passt irgendwie, wenn auch nicht bewusst, dazu, dass es Phasenweise Auftritt. Zumal körperliche Untersuchungen nichts ergeben haben(?) Die gute Frage wäre natürlich auch, wann das angefangen hat. Eventuell gibt es einen Auslöser zu finden. Oder einen Auslöser vor jeder Phase.

        Gefällt 1 Person

      10. Hm, ich habe mir ein wenig zum purging syndrom durchgelesen, ich glaube nicht, dass es passt. Da scheint das Erbrechen ja doch verbindlich zu zu gehören…

        Gefällt mir

      11. Das klingt echt interessant. Es klingt ja nun wirklich so, als wäre die Ursache psychischer Natur. Aber es gibt ja nichts, was es nicht gibt. Also, was ist es? Ich bin neugierig und will’s am liebsten herausfinden. 😳😀

        Gestört? Alle meine Ich’s sind damit einverstanden. 😀

        Gefällt 1 Person

      12. Okay, Du hast es gewollt, du Gestörtuine ;-P
        Naja, es ist wirklich interessant, weil ich mir selbst null Reim drauf machen kann. Selbst an Diabetes oder Zucker oder sowas hab ich shcon gedacht, aber auch da ergaben die Untersuchungen rein garnichts. In den Momenten ist es allerdings alles andere als interessant. Da hab ich Angst, einfach umzukippen und liegen zu bleiben.
        Wenn Du für mich rausfindestst, was da los ist, werde ich Dich offiziell verehren.

        Gefällt 1 Person

      13. Magen/Darmspiegelung schon während einer Phase machen lassen? Wurden Allergien ausgeschlossen?

        Es ist ja auch nicht gut etwas auf die Psyche zu schieben, und dabei etwas körperliches zu übersehen.

        Aber viel weiter wüsste ich für den Moment auch nicht mehr.

        Gefällt 1 Person

  1. Es gab auch eine solche Zeit bei mir. Hinzu kam, dass alles nach Sand und Seife schmeckte. Das sind die Zeiten, wo ich gerne faste. Oder Smoothies esse. Alles mixen. Braune undefinierbare nahrhafte Masse. Runter damit. Spaß beim Essen kann man in der Zeit nicht verlangen. Es idt nur eine Pflichtnummer, aber Dreh- und Angrlpunkt, um wieder aus dem Loch zu krabbeln. Es ist eine absolute Kopfsache. Leider und …wirklich. Sehe es als Chance und Herausforderung. Deine selbstauferlegte Challenge 😉

    Gefällt 1 Person

      1. Ja…. Das Bestjahr hatte 40 Wochen Durchfall, was angeblich sehr ungesund ist.Die letzte Pahse hat ein Jahr gedauert, mit 3 Monaten Pause, davor ein halbes Jahr, aber generell habe ich das schon seitdem ich denken kann. Die letzten drei Monate mit kurzen Pausen, die sich ausdehnen. Das ist ein gutes Zeichen und ich lebe immer noch 😀

        Gefällt 1 Person

  2. Obwohl. Ich habe auch sämtliche Unverträglichkeiten, Reizdarmsyndrom, Serotoninmangel, was die Sache von höchstkompliziert zu sehr einfach degradiert. Wenn es mir gut geht und ich es genießen kann, nehme ich mehr Nährstoffe auf. Ansonsten kann ich für drei fressen und nehme ab für 4 🙂

    Gefällt 1 Person

      1. So ungefähr. Ist lustig, wenn man das wissenschaftlich betrachtet und dadurch Distanz gewinnt. Vorallem, wenn Ärzte meinen: „Also 10 Kilo gleichzeitig in einer Woche ab- und wieder zunehmen gleich einer medizinischen Unmöglichkeit!“ und du kannst ihnen das Gegenteil beweisen (hihi!). Aber zum Glück habe ich die harte Zeit hinter mir und arbeite daran, nicht noch einmal darein zu fallen, außer es ist notwendig und dient meiner persönlichen Weiterentwicklung ;-P

        Gefällt 1 Person

  3. Vielleicht liegt es an der Schilddrüse? Die beeinflusst ja den gesamten Stoffwechsel, u.a. den Serotoninspiegel und den Blutzucker. Wenn die Thyroxin-Produktion bei mir schwankt, merke ich das auch am Essverhalten. Ich hatte auch eine Phase, da bin ich regelmäßig unterzuckert, obwohl ich gegessen habe, wie sonst auch. Möglicherweise wäre es gut, die Schilddrüsenwerte noch mal überprüfen zu lassen? Oder kann es mit der Dosisanpassung bei Deinem Medikament gegen die Depression zusammenhängen?

    Gefällt 1 Person

      1. Meine Schilddrüsenwerte sind bei der Standarduntersuchung auch immer okay. Jetzt gerade – das weiß ich auch ohne Laborwerte, weil meine Schilddrüse geschwollen und mein Stresslevel unnormal hoch ist – sind sie nicht okay. Wenn das gravierendere Konsequenzen hätte, würde ich das aber abchecken lassen, ggf. auch in sehr kurzen Abständen, und die Thyroxin-Dosis kleinteiliger anpassen. Eine gestörte Schilddrüse zu „bändigen“ ist halt nicht so einfach. Obwohl Unterfunktion so ein häufiges Krankheitsbild ist, kennen einige Ärzte sich leider noch nicht gut genug damit aus. Bspw. hat es damals Monate gedauert, bis ich meine Hausärztin – „Aber Ihre Schilddrüsenwerte sind normal!“ – überzeugt hatte, dass eine Erkrankung vorliegt (die sich auch labortechnisch nachweisen ließ) und meine Symptome nicht vom Himmel gefallen sind.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: