Blümelein und Sternenlicht

Nur spontan und in Kürze.

Mir fällt sehr die Häufigkeit auf, in der folgende Begriffe in Lyrik (und zum Teil Fotografie) auftauchen:

Blumen, Wind, Mond, Sterne, Nacht, Vogel, Sonne, Morgentau

Erweitert wird das um nahestehende Begriffe wie Windhauch oder Samen.

Wenn diese Begriffe nicht direkt Thema sind, werden damit zuhängende Gefühle transportiert. Entweder als Sinnbild, oder die unmittelbaren Gefühle beim Betrachten dieser Naturerscheinungen.

Gedichte, die diese Begriffe beinhalten, scheinen auch eher mit Attributen wie „feinfühlig“, „tiefsinnig“, „gefühlvoll“, „feinsinnig“ und „gekonnt“ belegt zu werden.

Woran liegt das? Woher kommt das Bedürfnis, sich besonders mit diesen Begrifflichkeiten auszudrücken? Gefühle daran zu koppeln? Textinhalte immer wieder um diese kreisen zu lassen?

Ich bin gespannt auf Resonanz! 🙂

Lieben Gruß,

Jo

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18 Kommentare zu „Blümelein und Sternenlicht

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  1. Vielleicht ist das im Moment auch der Jahreszeit geschuldet. Die Natur erwacht und springt uns ins Auge. Die Sonne kommt raus und die Tage sind länger, was uns nach dem Winter besonders freut. Man wird eben wieder lebendig, die Natur auch…

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    1. Ja, bestimmt sogar. Aber es gibt doch auch viel anderes schönes und sehnsuchtsvolles, oder? Oder täusche ich mich und diese anderen Dingen finden genauso viel Beachtung? Mir ging es ja um die Häufigkeit… 🙂

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      1. Klar gibt es auch viel anderes. Jeder hat da so seine eigenen Ansichten und Wahrnehmungen, was für den einen schön ist, ist für den anderen vielleicht sogar kitschig. Aber vermutlich kommt da doch bei der Mehrheit(wegen der Häufigkeit) etwas in in Schwingung und Resonanz. 🙂

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      2. So wird es sein. Bei mir schwingt das ja auch häufig 🙂 Trotzdem bleibt es für mich ein interessantes Phänomen. Wie sehr sich Schwingung und Resonanz, das damit verbundene bei den verschiedenen Menschen wohl gleichen oder unterscheiden? 🙂

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  2. Wenn man Gedichte und Lieder aller Zeiten und Kulturen zusammen betrachtet, kommen diese Naturbilder vermutlich nicht überdurchschnittlich häufig vor. Andererseits hat Naturlyrik in Europa eine sehr lange Tradition und es haben sich mit der Zeit bestimmte konstante Elemente herausgebildet. Es gab Phasen in der Literaturgeschichte, da machte es gerade die Kunst aus, solche feststehenden Elemente zu kennen und einzusetzen. Es ging nicht vorrangig um das subjektive Empfinden, sondern darum, seine Bildung zu demonstrieren und mit dem „Material“ besonders geschickt umzugehen. tandaradei, schône sanc diu nahtegal – wohl keine reine Erfindung von Walther von der Vogelweide aus einem persönlichen Gefühl heraus. Tradition ist bei dieser Frage ein wichtiger Aspekt. Denn wenn es auch diesen Anspruch, ein bestimmtes poetisches Repertoire zu beherrschen, hier und heute so nicht mehr gibt, wollen Dichter durchaus ihre Kenntnis der Literatur unter Beweis stellen, indem sie bewusst bestimmte Sprachbilder zitieren und abwandeln. Und/oder sie haben einfach Freude daran, mit Intertextualität zu spielen.

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    1. Gut möglich. Viele mögen diese Bilder ja auch schon seit Kindheit und Schulzeiten begleiten. Das Verständnis für die Codierung und entsprechende Assoziationen sitzt also wohl tief verwurzelt. Lieben Gruß, Jo 🙂

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  3. Ich vermute, dass es auch mit einer Konzeption von Lyrik zu tun hat, die wir als Erlebnislyrik dem Sturm und Drang verdanken: Natur als Spiegel der Seele. Durch die lange Tradition wirken diese Motive heute schon recht abgedroschen… aber die Frage, die Du da aufwirfst, ist spannend: Was sind Lyrik-taugliche Wörter? Gibt es Lyrik-untaugliche Wörter? (was ist z.B. mit wissenschaftlichen Fachbegriffen?) Oder ist nicht jedes Wort es wert, Teil eines Gedichts zu werden?
    (Sorry, dass ich mich so spät einklinke, bin aber erst heute wieder so richtig fit).

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    1. Schön, dass Du dabei und wieder fit bist! 🙂

      Ich bin zwar ein Original, aber kein Genie, beantworte trotzdem Deine Frage mit einem klaren Ja! Jedenfalls halte ich jedes Wort für Gedichtswert und generell nutzwert. Wissenschaftliche Fachbegriffe nehme ich da auch nicht von aus, würde sie aber wohl eher verhalten einsetzen… wobei deren übermäßiger Gebrauch sicherlich einen spaßigen Versuch wert ist. XD
      Wie abgedroschen bestimmte Motive möglicherweise wirken mögen, scheinen sie ja dennoch eine Berechtigung und eine Strahlkraft zu haben. Auch auf mich. Gerade elementare Begrifflichkeiten reizen mich. Wenn nicht zum Selbstzweck, dann doch als Leitmotiv oder Sinnbild. Wobei Übersetzungsarbeiten aus gemeingültigen Bildcodierungen nicht unbedingt mein Metier sind. Ich schöpfe zumeist lieber selber, auch auf die Gefahr hin, nicht von jedem gleichermaßen verstanden zu werden. *fg*

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