Nachtwolf live [off air] #37 (10.05.2017) – Sondersendung: Wer ist Jo Wolf?

Es ist Geisterstunde und der Nachtwolf entsendet seine Grüße in die Nacht. Erzählt mir etwas in den Kommentaren. Egal ob es Sorgen, Ängste, oder Nöte sind. Was euch auf der Seele liegt oder das Herz beschwert, erlebtes, was einfach erzählt werden muss, oder was euch sonst in den Sinn kommt. Wir können darüber reden, oder auch über irgendwas anderes, wie ihr möchtet. Einfach locker quasseln kann auch ganz hilfreich sein. Oder ablenken von den doofen Dingen des Tages. (Wichtig ist der Hinweis: Ich bin kein Arzt, Therapeut oder sonstwie qualifizierte Beratungsfachkraft. Ich erspare keinen Gang zu jenen Professionellen. Bei mir wird miteinander gesprochen. Das ist viel, aber nicht alles. 😉 )

Diesen Blog Artikel aktualisiere ich bis mindestens 01:00 Uhr immer mal wieder, so dass ich hier im Grunde live schreibe. Der Nachtwolf-Talk geht jede Woche von Montag früh um 00:00 Uhr bis Freitag früh um 00:00 Uhr auf Sendung. 🙂

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Der Wolf ist müde, aber tapfer kämpft er sich durch die Nacht. 🙂

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Wie auch schon durch den Tag, mit blütenreiner, weißer Weste. ;-P

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Ein Schaf im Wolfspelz….? 😀

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Wer ist eigentlich Jo Wolf?

Am Wochenende habe ich mir ja ein wenig Auszeit in der „Wildnis“ gegönnt. Das war auch Zeit für Gedanken.

Klar, Jo ist eine Kunstfigur, ein Pseudonym. trotzdem bin das ich. Die Frage lautet also gleichermaßen: Wer bin ich? Da seit einiger Zeit Selbstbild, Selbstverständnis, Selbstakzeptanz und Selbstwertgefühl wichtige Themen für mich sind, schon allein von therapeutischer Seite, ist das vielleicht eine wichtige Frage. Jedenfalls eine, mit der ich mich beschäftige.

Hier im Blog sehe ich mich als Sprachrohr. Genaugenommen ist das Blog als Werkzeug das Sprachrohr. Mein Klapperhorn. Ein Instrument, um mich auszudrücken, Gedanken schwingen zu lassen. Ich sehe mich da als eins mit dem Blog, andere schreiben hier ja nicht. Ich bin also meine eigene Ausdrucksform, stelle mich gleichzeitig dar.

In letzter Zeit bin ich einige Male mit der Frage konfrontiert worden, ob ich männlich oder weiblich bin. Anscheinend gibt es da unterschiedliche Wahrnehmungen bei meinen Lesern. Aus einem ersten Impuls heraus wollte ich die Frage einfach beantworten. Aber dann stellte sich mir die Frage, wofür das überhaupt wichtig ist. Ich schreibe hier. Meine Inhalte stehen für sich. Macht es einen Unterschied, welchem Geschlecht der Schöpfer der Worte angehört? Verändert das ihre Bedeutung? Wird diese Information benötigt, um beim Lesen die richtige Perspektive einnehmen zu können? Das von mir geschriebene entsprechend zu bewerten?

Gebietet es der Anstand, darüber Auskunft zu geben? Das finde ich nicht. Das Konzept von Anstand betrachte ich ohnehin recht kritisch. Dieses ist im Grunde eine Brücke, ein Hilfskonstrukt für das Miteinander, aber eben auch das Auferlegen von Regeln, von denen eine dazu bemächtigte Menge Menschen zu einer bestimmten Zeit/Epoche der Meinung ist, dass diese nötig sind, um eine bestimmte Umgangsform des miteinanders festzulegen. Es ist dadurch immer etwas von anderen Auferlegtes. Ein Instrument, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen zu gruppieren und nach außen zu zeigen. (Dem einen gebühren besonders „anständige“ Grußformeln, anderen Menschengruppen weniger, als Beispiel). Aber Anstandsregeln wie wir sie heute kennen, sollen natürlich auch für eine Art „zivilisierte“ Form des Umgangs sorgen. Ich habe allerdings den Anspruch an mich, über geeignete Umgangsformen zu verfügen, ohne mich an solche von anderen auferlegten konstrukte in dogmatischer Form zu halten.

Sich vorzustellen und dem anderen seine Identität preiszugeben ist eine vertrauensnotwendige Maßnahme. Jemandem der sich nicht „zeigt/offenbart“, schenke ich weniger Vertrauen im Gespräch. Warum sollte das für mich im Rahmen eines Blogs Relevanz haben? Dieses ist kein so direkt zweiseitiges Kommunikationsmittel wie zum Beispiel Skype. Es gibt eine Handvoll Blogger, mit denen ich im direkten Kontakt stehe. Diesen verweigere ich mich meine wahre Identität nicht. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich möchte auch grundlegende Informationen über meinen Gesprächspartner haben. Wie gesagt, im persönlichen Austausch. Hier auf dem Blog (oder denen von anderen) finde ich es zweitrangig bis unwichtig.

Ich zeige mich auf meinem Blog so offen und ungefiltert, so authentisch wie es möglich ist. Hier gebe ich mehr von mir, von meinen Gedanken, meinen Gefühlen preis als anderswo in der Realität. Das ist ziemlich viel, oder? Welches Gewicht, welche Bedeutung hat dagegen so etwas profanes wie die Frage nach meinem Geschlecht?

Was bleibt an Argumenten dafür, mich zu offenbaren? Die Geschlechterfrage aufzuklären? Mir fällt da nichts ein. Übersehe ich etwas?

Zurück zur Ausgangsfrage. Wer bin ich_Jo Wolf? Das kann ich (wie wahrscheinlich jeder andere Mensch auch) nicht pauschal oder kurz beantworten. Ich habe Facetten und Gesichter. Diese sind scheinbar recht vielseitig.

Ich bin Einzelgänger. Einsamer Wolf, wenn man so möchte. Ich brauche meine Rückgezogenheit. Sehr sogar. Ich brauche Ruhe und Zeit für mich. Zeit zum Denken, Ruhe zum Aushalten des Lärms, auch in der Stille. Ich bin sehr sensibel und schweigsam. Ich brauche Abstand von der Anwesenheit des Menschen. Anderer Menschen als mir selbst. Ihrer Überpräsenz. Der Auseinandersetzung, dem wetteifern, der Unbill. Oft auch von meiner eigenen Präsenz. Das gestaltet sich allerdings als echte Herausforderung. Am liebsten würde ich ständig in den Schatten verschwinden. Ich will nichts.

Ich bin gesellig und ein Teamplayer. Ich brauche Gesellschaft. Ich brauche Leben, gerne pulsierend. Großstadtlärm und geschäftiges Treiben ziehen mich an. Ich brauche Auseinandersetzung, Wettbewerb, Miteinander und gemeinsames Schaffen und Austausch. Ich will andere zum lachen bringen, Emotionen und Gedanken teilen. Erzähle Geschichten, unterhalte. Ohne kann ich nicht. Ich bin kommunikativ und manchmal geradezu Bühnengeil, um nicht Rampensau zu sagen. (Habs ja jetzt bloß geschrieben^^). Ich brauche alles.

Ich beobachte gerne. Sehe dem Leben zu, nicht nur den Menschen. Aber auch ihnen gerne, bei ihrem Tun. Wie sie ihren Dingen nachgehen. Miteinander in Kontakt treten. Wie sie daran wachsen und scheitern. Es neu versuchen, oder auch nicht, weil sie sich scheuen oder aufgeben. Ihre Gesten und die Mimik. Was mag dahinter stecken? Ich rätsle gerne, spekuliere, male mir etwas aus und fantasiere. Ziehe aber auch ganz nüchtern Schlüsse. Überlege, was sie antreibt, die Leute, was sie inspriert oder welche Gründe, welche Ursachen hinter ihren Taten stecken. Das menschliche Dasein und das des Lebens an sich ist vielfältig und unendlich interessant. Ich fotografiere gerne, auch Menschen. Ich schreibe darüber. Ich tausche mich aus, im Gespräch mit anderen. Komme dabei voran oder halte fest. Ich bin vorsichtig in die Welt schauende Chronisten- und Forscherseele. Ich bin Menschenfreund und liebe das Leben.

Ich will nichts mehr wissen von den Menschen, sie sind mir gleichgültig, nein sie kotzen mich an. Es ist immer das gleiche, vollkommen uninteressant. Sie machen die immer gleichen Fehler, rennen blind in ihr Verderben und das ist auch richtig so. Wie lange wird die Menschheit noch haben, bis sie für ihre eigene Auslöschung sorgt? 20, 50, 100 Jahre? Mir gleichgültig. Besser früher als später, umso weniger muss anderes Leben unter der egoistischen, zerstörerischen Blödheit des Menschen leiden. Lasst die Welt wieder aufblühen auf den zuwuchernden Gräbern der Unmenschlichkeit. Ich bin … es leid.

Ich bin die personifizierte Arglosigkeit. Ich bin vollkommen ausgeglichen, ruhe in mir selbst und sehe die Dinge positiv. Durch eine rosa Brille geradezu. Ich helfe gerne, bin freundlich, höflich und lieb. Ich brauche das nicht nur für mich selbst, sondern gebe gerne und teile. Ich sehe das Gute in den Menschen, bin dabei oft geradezu naiv. Allzu oft komme ich nciht auf den Gedanken, dass jemand ein falsches Spiel treiben könnte oder etwas schlechtes im Schilde führt. Selbst wenn ich es erahne oder darauf gestossen werde, suche ich noch nach Erklärungen, habe Verständnis oder will es einfach nicht wahrhaben. Ich lege Wert auf Gerechtigkeit und angemessenem Umgang. Ich bin ein Gutmensch.

Ich bin eine verdorbene Dreckschleuder. Ich hege abgrundtief abartige Gedanken und bin hinterhältig und gemein, manipulativ und ergötze mich am Leid anderer. Ich suche nach Möglichkeiten dies heimlich im Zwielicht heraufzubeschwören, scheue aber auch die offene Schlacht nicht. Dabei sind mir alle Mittel recht. Ich bin ein Schlechtmensch.

Ich bin feige. Mutig. Ein hochsensibler Rüpel. Ich bin ein selbstzerstörerischer Egoist. Immerzu um mich selbst kreisend, inmitten eines ausgewachsenen Helfersyndroms. Ständig mit Gedanken bei anderen. Lesewurmiger Naturfreund. Gearsüchtiger Technikfreak. Minimalistischer Genießer opulenter Orgienhaftigkeit. Genügsamer Suchtmensch. Ordnungsliebendes, zwanghaft zuverlässiges Chaos der lässig dahingerotzten Sinnlosigkeit. Kind der Wälder, des Mondes und der Nacht. Ein Sonntagskind mit Sonnengemüt. Liebe Schwarz und Gelb, das sind meine Farben (nein das hat nichts mit Borussia Dortmund zu tun. Ich bin viel älter als die Borussen.) Ich bin junggeblieben als alter Geist, der Ruhe finden muss. Ich bin Nerdrocker from Heaven and Hell. Und das diffuse dazwischen. Lachende Schwermut und frohlockende Melancholie. Ein Füllhorn lockerleichter, freudenvoller Depressivität.

Ich bin Kontraste. Schattenkontraste der im strahlenden Sonnenschein tanzenden Dunkelheit.

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Wie kann ich lernen, mich auszuhalten?

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Ein Kommentar zu „Nachtwolf live [off air] #37 (10.05.2017) – Sondersendung: Wer ist Jo Wolf?

Gib deinen ab

  1. Gefällt mir irgendwie. Und ich hatte auch tatsächlich den Gedanke und mich gefragt, welchem Geschlecht du nun angehörst. Da bin ich wohl nicht die einzige. Sehr geschickt von dir.
    Du hast alle Facetten in dir, aber haben wir sie nicht alle? Heute so morgen so? Da du eine große Bandbreite in dir hast, dürfte jeder sich selbst in dir sehen. Und so macht es dich absolut sympathisch, mit all den Macken und Fehlern. Menschlich eben.

    Gefällt 1 Person

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