Ab in die Wildnis – Schwedenstahl

Jetzt mache ich das auch mal. Über ein Messer schreiben. Das Internet ist voll von solchen Infos über Schneidwerkzeuge. Forendiskussionen, YouTube-Videos, Rezensionen, usw. Mir egal. Heute will ich nämlich eine Lanze für eine Klinge brechen.

Es geht um das Modell „Rope“ des schwedischen Messerherstellers „Morakniv“. Dieses wird anscheinend von Outdoorlern eher gemieden, gilt als eher schlecht im Vergleich zu anderen Modellen des Herstellers, zu hochwertigeren Messern anderer Hersteller sowieso. Ich habe auch nur danach gegriffen, weil im Laden gerade alle anderen Modelle von Morakniv vergriffen waren. Bei meinem ersten Wochenende zum wandern und zelten habe ich ein paar Erfahrungen damit gemacht.

Für rund 15 € kann man das Morkniv Rope käuflich erwerben. Scheinbar ist ursprünglich vor allem für das Schneiden von Seil gedacht (für Kletterer?). Zu diesem Zweck dient wohl auch der teilweise Wellenschliff der Klinge. In einem Review sah ich, dass dieser Schliff seinen Dienst nicht so gut erfüllt. Mit anderen Moraknivs ließ sich im Vergleichstest Seil deutlich besser schneiden. Schnitzen geht durch den Schliff auch nur semigut. Besonders scharf ist es im Vergleich scheinbar auch nicht.

Aber: Ich finde das sind Aspekte, die für den kleinen Wanderer mit Zelt nicht unbedingt groß von Belang sind. Das Messer ist scharf genug für alle Verwendungszwecke, die es bei mir zu erfüllen hat. Zum Schnitzen habe ich ein entsprechendes Taschenmesser. Seil schneidet es gut genug. Durch den Wellenschliff eignet es sich hervorragend als Brötchenmesser, auch zum Schneiden von Gemüse ist es wunderbar geeignet.

Es hat einen Plastikgriff und eine Plastikscheide. Die scheinen mir robust genug zu sein für den moderaten, Trekking-üblichen Einsatz. Es rutscht auch nicht zu schnell aus der Scheide, ich habe es zur Sicherheit dennoch zusätzlich mittels eines Haargummis darin fixiert. Die Plastikscheide hat unten ein Loch, so dass Regenwasser ausfließen kann. Generell trocknet Plastik besser als Holz und Leder.

Der Schwedenstahl scheint generell ordentlich zu sein, die Klinge hat auch eine gute Dicke. Sie sollte sich gut schärfen lassen, wenn nötig, das habe ich aber noch nicht probiert. Mir ist es bisher auch scharf genug. Nachteil beim schärfen: wieder der Wellenschliff, eine gerade Klinge wird leichter zu schärfen sein.

Hardcore-Outdoor-Freaks werden für ihre Einsatzzwecke ohnehin andere Messer wählen. Aber wer nichtmal weiß, was „batonieren“ ist und nicht vorhat, es zu lernen, wird nicht wirklich mehr brauchen.

Generell glaube ich, kann jeder, der in der Preisklasse zwischen 10 und 20 € ein Outdoormessermit feststehender Klinge sucht, hier nichts falsch machen. Die verschiedenen Moraknivs in diesem Preissegment scheinen mir ihr Geld wert zu sein und sich auch nicht gravierend in der Qualität zu unterscheiden. Wer für 15 € ein Morkniv „Combo“ oder „Allround“ sieht, kann genauso bedenkenlos zugreifen und erhält ein wohl noch schärferes Messer. Man kann sie online bestellen, oder auch um „Bauhaus“ kaufen. Dort gibt es auch eine „Bauhaus-Edition“ für 10 €, deren Plastik ist allerdings im knallrot der Baumarkt-Kette gehalten und mit einem großen Schriftzug eben dieses Baumarktes versehen. Das ist so garnciht mein Fall. Der Klingenstahl ist scheinbar auch ein wenig dünner, vermutlich um den niedrigeren Preis zu ermöglichen.

Für diese einfachen Verwendungszwecke ist allerdings auch zu überlegen, ob mensch überhaupt ein solches Messer braucht. Ein französisches Klappmesser der Firma Opinel kostet noch weniger Geld, hat einen schönen Holzgriff, ist sehr scharf und hat eine gute Stahlqualität, die sich ausgezeichnet schärfen lässt. (Weicherer Stahl: einfacher zu schärfen, aber weniger Schnitthaltig). Das kann man bei diesen selbst auf einem irgendwo rumliegenden Findling machen,

Trotzdem meine Empfehlung für die günstigen Morknivs. Zu Opinel bringe ich demnächst auch nochmal was, denke ich. Jetzt habe ich Klingenblut geleckt. 😀

P.S.: Die Klinge hat eine Länge von unter 12 cm. Damit fällt sie auch nicht unter das Waffenverbot.

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