[Fortsetzungsroman] Susi sucht Liebe

Und hier ist er: der erste Fortsetzungsroman auf dem Klapperhornblog! Nach dem ich den ersten Teil veröffentlicht hatte, kam die Idee dazu von Bea (minsplint), die auch Teil 2 beigetragen hat. stiftundfedersite hat sich ebenfalls zu uns gesellt und Teil 3 geschrieben. Freut mich sehr, dass ihr so schreibfreudig dabei seid! 🙂 Ich freue mich auf das fortführen von Susis Geschichte. Weiterhin sind Mitschreiber gerne gesehen, meldet euch! 🙂

 

Susi sucht Liebe

Teil 1

Susi hatte den ganzen Tag in der Küche gestanden und für die Feriengäste des Bauernhofes hastig Gemüse zerhackt, Fertigsößchen erhitzt und Fleischbrocken gegart. Dankbarkeit? Fehlanzeige. Die meisten waren zu beschäftigt damit, auf ihren Smartphones rumzuklicken oder mit verklärtem Blick durchs Fenster auf die verregnete Seelandschaft zu blicken. Ihre ordnungsgemäß angerichtete Herrencreme mal lobend hervorheben? Ihr eine liebevolle Rückmeldung geben? Pah!

Verschwitzt geht sie nach Dienstschluss in ihre Einliegerwohnung, duscht kurz und schaltet dann halbwegs gesäubert den Fernseher ein. Hassverzerrte Fratzen gröhlen dort menschenverachtende Parolen. Schnell schaltet sie ihn wieder aus und den PC an. Im Postfach ihres Dating Accounts warten sieben Nachrichten. Nichts ernstzunehmendes. Alle von Männern, die kurzfristig ficken wollen. Als ob sie mit ihren 54 Lebensjahren noch Lust auf so einen oberflächlichen, schnelllebigen Kram hätte. Drei Bilder von eregierten Penisen sind angehängt. Die anderen Nachrichten enthalten die sicherlich übertriebenen Maße. Nicht einer will sich in sie verlieben.

Frustriert starrt sie in ihr Aquarium. Drei tote Fische schwimmen an der Wasseroberfläche. Vor lauter Arbeit und Kummer hat Susi das Säubern und Füttern vergessen. Es ist ihr egaler als es sein sollte. Das blöde Wasserbecken macht nur Arbeit. Und die Fische sind langweilig. Geben nichts zurück von all der Mühe, die sie verursachen. Auch hier keine Liebe. Susi seufzt.

 

Teil 2

Auch hier keine Liebe. Susi seufzt,

ab morgen soll sich ihr trostloses Leben verändern, da ist sie sich sicher.
Sie setzt sich in ihren Sessel und beginnt, einen teuflischen Plan zu schmieden.

Der nächste morgen:
Wieder in der Küche des Bauernhofs öffnet Susi mit flinken Fingern den Mixer und lässt die aus dem Aquarium gekäschten Fischleichen aus der Plastiktüte hineingleiten – platsch. Sie stellt den Mixer auf die höchste Stufe und schaut begeistert zu, wie aus den glitschigen Körpern in rasender Geschwindigkeit eine gelbliche Flüssigkeit entsteht. Die Konsistenz leicht schlabbrig und ein wenig glitzernd. Ob das an den Schuppen lag? Egal – es sah perfekt aus, passend für ihr weiteres Vorhaben. Denn eins ist für sie klar: Jeder soll daran teilhaben – das fressen, was sie schon jahrelang in sich hinein stopft.
Sie stoppt den Mixer und füllt den Inhalt…………….

 

Teil 3

Sie stoppt den Mixer und füllt den Inhalt mit Schwung in eine Spritztüte. Ein gefährlicher Glanz schob sich über ihre Augen, als sie damit begann die Krabben-Teigtaschen vorzubereiten.
Mit Liebe gebacken. Fein gewürzt.
Nach diesem Akt wusch sie sich gründlich die Hände, wie Pontius Pilatus vor der Verurteilung Christi. Dann fegte sie kurz durch den Laden, holte die Post herein und schaute nach, ob die Plastikblumen noch adrett standen. Vor Monaten hatte sie es aufgegeben frische Blumen zu besorgen. Es reagierte ja keiner darauf.
Nach getaner Arbeit zog sie sich hinter den Tresen zurück und starrte auf die Eingangstür. Mal sehen, mit wem sie das erste „Vergnügen“ haben durfte.
Wie aufs Stichwort ging die blankgeputzte Klinke herunter und mit einem Schwall kalter Luft trat jemand herein.

 

Wie wird es weitergehen? Schaut rein und lest mit, wenn es bald wieder heisst… Susi sucht Liebe!

 

16 Kommentare zu „[Fortsetzungsroman] Susi sucht Liebe

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  1. Na, dann bin ich ja mal gespannt, wie es weitergeht. Sag mal, was ist das eigentlich im Hintergrund von dem Bild? Ich meine da eine Hosentasche zu erkennen.

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    1. Ist das so schwer zu erkennen? Zu dunkel? Muss ich meinen Monitor mal kalibrieren? xD Das ist ein HIntern in Jeans… vermutlich symbolisch dafür, dass Susis Suche für den Arsch ist ;-P

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      1. Es passt perfekt. 😀 Ich war mir nur nicht wegen des Schattenwurfes zu 100% sicher und wollte meinen Interpretationsrahmen durch deine Bestätigung anreichern. 😉 Immerhin bist du die Künstlerin. 😀

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      2. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Kommentar von dir (vielleicht war es sogar in deiner eigenen Vorstellung gewesen), dass du auf Fragen nach deinem Geschlecht nicht eingehst, da du den Sinn danach in Frage stellst. ;P
        Aber Danke für die Aufklärung. 😀

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      3. Bei dem scharfen Verstand, der sich mir hier gerade zeigt, ist von Leere nichts zu spüren.
        Aber gut, etablieren wir die Künstleerin/den Künstleer. ;D

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  2. Ich find das sooooooo klasse – hoffentlich schreibt ihr weiter mit und/ oder es schreiben noch weitere Schreiber mit – sobald ich Zeit habe bin ich auch wieder dabei aber vor morgen Abend wirds wohl eher nichts. Ich hoffe, bis dahin ists schon weiter um Susi geschehen / oder ihre Gäste? Wer weiß das schon… 🙂 Liebe Grüße Bea

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  3. Wie aufs Stichwort ging die blankgeputzte Klinke herunter und mit einem Schwall kalter Luft trat jemand herein.
    Innerlich hätte sie am Liebsten aufgestöhnt. Der Mann im Türrahmen sah nach dem typischen Stereotyp eines Wanderers aus.
    Regen tropfte von seinem Ölzeug und dem riesigen Backpack, der ihn um einen Kopf überragte, hinab auf schlammverschmierte Schuhe, deren Sohlen wahrscheinlich Steine hätten zerstampfen können. Das gab schon einmal Abzug in der B-Note und Pluspunkte auf der „Krabben“-Pasteten-Skala. In den Händen hielt er einen Kompass und eine leicht zerfledderte Wanderkarte.
    Er schlug die Kapuze zurück, offenbarte dabei grauweiße Bartstoppel auf einem markanten Kinn, und versuchte sich umzusehen. Mit der beschlagenen Brille wurde dies aber nichts. Ungeschickt wischte er mit dem noch tropfenden Ärmel darüber. Stechend blaugraue Augen kamen zum Vorschein und ein unsicheres Lächeln wanderte zu Susi.
    Diese richtete sich auf und trat nach vorne.

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  4. #5 „Sie sauen mir ja den Boden völlig ein mit ihren schlammigen Schuhen. So eine Schweinerei!“ Erstmal in die Defensive drängen, das ist immer ein guter Plan, schmunzelt Susi innerlich. „Na los, ziehen sie schon die dreckigen Treter aus. Da in der Ecke steht ein Wischer!“

    Verunsichert glotzt der Wanderer sie an, zieht aber wie gefordert die Schuhe aus und wischt dann hastig über den Boden. „Es tut mir leid. Ich wollte nicht… Also eigentlich suche ich nur ein freies Zimmer für die Nacht. Und ein warmes Abendessen wäre ganz ausgezeichnet. Sie haben heir doch eine Küche im Haus?“ Er versucht die Stimmung mit einem linkischen Lächeln zu heben.

    „Na das hab ich ja gerne. Noch Sonderwünsche! Um die Uhrzeit hat die Küche längst geschlossen. Na wir werden sehen. Ein Zimmer können sie haben. 65 Euro je Nacht, Frühstück inbegriffen. Aber wenn sie jetzt noch was essen wollen“ Susi wirft einen Blick auf die besonderen Zutaten hinter dem Tresen, „dann muss ich das extra berechnen. Schliesslich mache ich nur für sie die Küche nochmal auf.“

    Der hungrige Reisende nimmt das halbherzoge Angebot mit einem hastig dahingemurmelten „Danke, das ist sehr entgegenkommend von ihnen.“ schnell an, bevor es die unfreundliche Gastwirtin am Ende noch wieder zurückzieht. Wenn er wüsste, wie wenig das ihrem Vorhaben entsprach…

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