Krähenzeit

Sam Darkwood

Krähenzeit

wenn Krähen spottend von den Ästen krächzen
und gierig nach dem Blut der Tauben lechzen
bis die geköpft im Dreck kadavern
dann kommt die Zeit zum leise flüstern
und wissend meine Klingen wetzen

Wind zieht rasch auf und weht über mich
von Bäumen klingt Rascheln und Rauschen
aus dunklen Ecken raunt es unheimlich
mir stockt schon der Atem beim lauschen

den Rücken an die Wand gedrückt
bedrohlich nähern sich Schatten
kauernd krampfe ich weltentrückt
im Dunkel tummeln sich Ratten

meine Finger klammern sich weißgefärbt
bluttriefend um Wetzstahl und Klingen
spüre keine schmerzen bin wie betäubt
fühle nichts als Ängste die drängen

aus Wind wird Sturm
aus Schatten Schwärze
die Wand zum Turm
ihr Dach zur Spitze
von Krähen umschwärmt

Vom Dunkel umnachtet
liege ich zitternd da
von Spinnen bedeckt
wo meine Kleidung war

Käfer und Würmer krabbeln auf mir herum
die Klingen sanken schon lange zu Boden
meine Hände bluten ich wimmere stumm
mein Verstand hängt am seidenen Faden

das betteln um ein warmes Licht
und sei es nur ein schwaches
im Düstersturm hört man es nicht
ich weine, niemand sieht es

als alles am Ende und verloren scheint
bricht aus dem Nichts ein Hoffnungsschimmer
eine Stimme die sich mit dem Sturm vereint
durchdringt krächzen, rauschen und Gewimmer
reicht mir die Hand und löst den Bann
bis ich wieder atmen kann

wenn sich Krähen spottend vom Acker machen
gebogene Bäume sich zum Himmel recken
und statt klagendem stürmen tönt es lachend
dann kann ich ein wenig meine Wunden lecken

doch das ist nur ein Zwischenspiel
irgendwann ist es plötzlich wieder soweit
und niemand fragt, ob ich das will
kommt aus dem Nichts die nächste Krähenzeit

Für Jojo – Danke für deine Stimme und deine Hand

Auszug aus: Lyrix – Café Sunrise, Edition Fehldruck, 2022

4 Kommentare zu „Krähenzeit

Gib deinen ab

      1. Es ist Dein Blog, der Dich und Deine Gedanken, Empfindungen egal in welcher Form widerspiegelt und es tut gut das auch entsprechend zu teilen… so handhabe ich es zumindest auch bei mir im Blog, blogge und tu darin nur wonach mir gerade ist und wenn es mir danach ist, was ja auch Sinn macht! 😉
        Liebe Grüße und hab noch einen schönen Tag 🍀☀️

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      2. So handhabe ich das auch. In der Regel bin cih sehr klar in den Entscheidungen, was online geht und was nicht. In diesem Fall gab es eine recht seltene Ambivalenz. Für mich ist der Text perfekt. Inwieweit ich da wen anders mit erreiche oder das überhaupt will, war ich mir nicht so sicher. Hat sich aber inzwischen relativiert.
        Wenn es bei dir solche Reaktionen ausgelöst hat, war das allein es schon wert, die Worte zu teilen. 🙂
        Liebe Grüße… mein Tag war ganz okay heute.. ich hoffe, deiner ebenfalls! 🌞😎😀

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