Impressionen aus Warschau (4)

(c) Lyrix, März 2022

Es hat etwas gedauert, aber nun geht es weiter mit dem nächsten teil des Nachberichtes von meiner Reise nach Warschau.

Im Bahnhofsinnern war es weitaus weniger tumultig als ich angenommen hatte, aber dennoch gut gefüllt. Auch dort drin waren Pavillions als Informationsstelle für Flüchtende und Helfer aufgebaut. Zunächst gingen wir eine Runde durch das komplette Gebäude. Durch die Sprachbarriere und das Durcheinander war es zunächst nicht einfach herauszufinden, wo eine geeignete Anlaufstelle für uns war. Irgendwann sprachen wir einfach jemand an und bekamen einige Infos. Er fragte ab, wer wir sind und welche Möglichkeiten zu helfen wir haben, gab uns letztlich aber bloß eine Telefonnummer, die wir später oder am nächsten Tag anrufen sollten. Das war nicht sehr zufrieden stellend.
Am nächsten Stand ging es dagegen wie im Taubenschlag zu. Wir stellten uns in einer Reihe an und als war dran waren, zückte der Helfer Stift und Zettel, um unser Anliegen abzufragen. Kaum hatten wir ausgesprochen, kam von einer anderen Helferin eine Anfrage, ob wir Italiener nach Berlin bringen und ihnen dort bei der Suche nach dem richtigen Zug nach Italien helfen können. Wir hatten erst halb geantwortet, da verschwand sie schon wieder und jemand anders fragte, ob wir auch Haustiere transportieren würden. Noch während wir herauszufinden versuchten, um was für Tiere es sich handelte, kam der nächste und wollte wissen, ob wir nach München fahren würden. Wir entschlossen uns, bei der Fahrt Richtung Berlin nochmal genauer nachzufragen, aber die betreffende Gruppe hatte bereits eine andere Mitfahrgelegenheit gefunden. Letzten Endes hinterließen wir unsere Kontaktdaten mit der Absprache, dass wir informiert würden, wenn eine passende Gruppe Flüchtlende Richtung Hamburg oder Münster mitfahren wollte.
Mir war der Trubel inzwischen etwas viel geworden, so das ein wenig Schwindel aufzog und mir schummrig wurde. Deshalb ging ich ein wenig nach draussen, um Luft zu schnappen. Nach einigen Minuten ging es bereits wieder und ich beobachtete die Szenerie auf dem Bahnhofsvorplatz und schoss einige Fotos. Als ich mir sicher war, die Panikattacke abgewendet zu haben, ging ich einfach wieder hinein und beschloss, mit der Rolltreppe ins Obergeschoss zu fahren, um mich dort umzusehen. Ich hatte mitbekommen, dass Flüchtende dort lagerten und scheinbar auch übernachten durften.
Tatsächlich gab es einen Bereich mit einem Schlafsacklager, Kinderwagen, Decken und vielen Rucksäcken, Koffern und Taschen. Es hielten sich nur wenige Personen dort auf. Ich habe zwar ein Foto von der Szenerie gemacht, das zeige ich hier aber nicht.
Ich suchte meine Mitreisenden wieder und fand sie schnell. Inzwischen gab es Anfragen über die Zentrale in Deutschland und zwei von uns hatten sich zu einer Hilfsunterkunft in der Nähe auf den Weg gemacht. Dort gab es offenbar ebenfalls Bedarf. Also folgten wir ihnen nach.

Weiter durch Warschau geht es demnächst hier auf diesem Blog. 😉

Werbung

3 Kommentare zu „Impressionen aus Warschau (4)

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: